Mi
23
Dez
2009
An den vorigen Tagen habe ich von einigen Weihnachtsbräuchen aus anderen Ländern geschrieben. Beim Recherchieren stolperte ich über Neues aber auch Alt-Bekanntes. Da entdeckte ich Traditionen, z. B. in Schweden, die meinen näher sind als die meiner Nachbarn. Zur Abrundung heute:
(Mein) Weihnachten in Bayern...Wieder so kurz wie möglich...
Wie auch in all den anderen Ländern unterscheiden sich die Bräuche von Familie zu Familie etwas.Verschieden geprägt ist Weihnachten in Deutschland auch durch die katholische und evangelische Kirche.
An dem Samstag vor dem ersten Advent gibt es Weihnachtsbazare und der Christkindlesmarkt ist eröffnet.
Am ersten Advents-Sonntag werden mit den Kindern Plätzchen gebacken und am Adventskranz die erste Kerze entzündet.
Das erste Türchen des Adventskalenders darf am 1. Dezember geöffnet werden.
Der 6. Dez. ist der St.-Nikolaus-Tag, in bischöflichen Gewändern und einem großen Sack voller Nüsse, Mandarinen und Lebkuchen besucht er Kindergarten und Schule.
Manchmal bringt er seinen Helfer mit, den Knecht Ruprecht, der die Rute für die bösen Kinder trägt. (Symbolisch!)
Zuhause stellen die Kinder am Abend des 5. Dez. einen Schuh vor die Türe, und wenn sie brav waren, ist am Morgen etwas Süßes darin.
In meinem Kindergarten klebte immer, nachdem der Nikolaus da war, ein Stern auf dem Schuh. Da meine Kindergärtnerin den Norden sehr liebt, feierten wir St. Lucia, was in Bayern völlig unüblich ist. Ein größeres Mädchen mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf brachte Gebäck. Das Zimmer war noch fast dunkel doch das Licht siegte.
Nun zu Weihnachten selbst. In den Tagen vorher wird in der Küche viel vorbereitet. Am Abend des 23., wenn die Kinder im Bett sind, wird die 'Stube' (Wohnzimmer) gerichtet. Die Zimmertanne wird mit Kugeln, Engeln, Fröbel- und anderen Sternen geschmückt. Aus Moos, Holz, Wurzel und Steinen entsteht eine Landschaft für die Krippe. Viele, viele Kerzen werden aufgestellt und die Weihnachtssocken werden an den Kamin gehängt, letzteres ist kein bayerischer Brauch! Auch die anderen Zimmer bekommen weihnachtliche Dekoration. Oft kommt zu dieser Zeit ein schöner alter Film im Fernsehen.
Früh am Morgen des 24. wird Gans/Ente/Truthahn o. Ä. in den Ofen geschoben. Und all das erledigt, was noch nicht geschafft wurde.
Wenn es dunkelt am Nachmittag wird die Kirche besucht, dort gibt es manchmal ein Krippenspiel. Ein Abendspaziergang, bei dem man die Stille in sich aufnimmt, ist sehr erholsam. Zuhause setzen sich alle an die Festtafel mit knusprigen Braten, Kartoffelknödeln, Semmelknödeln, Spätzle, Blaukraut und Rosenkohl. (Die nächsten Tage wird nicht viel gekocht!!)
Nach dem Essen ist Bescherung: Die Geschenke, die das Christkind brachte, werden geöffnet. Überall brennen die Kerzen und vertreiben die Finsternis, wie Christus auf der Erde.
Es wird gesungen, gespielt, ausprobiert, geredet, genossen und wenn alle wieder etwas Platz haben, ein kleines Dessert gegessen.
In der Früh des 25. riecht es herrlich nach kaltem Braten, Tannengrün und kaltem Kerzenrauch. Dann wird einfach da weiter gemacht, wo man gestern aufgehört hat
und vor allem entspannt!!!!!