Bezauberndes

So

20

Dez

2009

20. Dezember

Kein Land beeinflusst meine romantische Vorstellungen von Weihnachten so sehr wie England. Damit meine ich nicht den amerikanischen Flair, den die Kaufhäuser schon im Oktober versprühen, sondern viktorianische Postkarten, Mistelzweige und Ilex, die Gemütlichkeit am Kamin...

 

In England sind in der Weihnachtszeit die Christmas Carols (alte Weihnachtslieder) ein wichtiger Bestandteil. Häufig gehen die Kinder von Haus zu Haus und singen diese.

Am Abend des 24. werden die Strümpfe an den Kamin gehängt, eine Karotte für das Pferd und ein Minzpie sowie ein Glas Whisky für den 'Weihnachtsmann' bereitgestellt. 

Die Weihnachtsstrümpfe werden über Nacht von Father Christmas gefüllt. Am 25. werden morgens die Geschenke ausgepackt. 

Das Wohnzimmer wird mit bunten Girlanden geschmückt. Und all die Weihnachtspost wird auf einer Schnur quer durch das Zimmer aufgehängt oder auf den Kamin gestellt. Der erste Christbaum wurde 1841 von Prinz Albert von Saxen-Coberg für seine Frau, Königin Viktoria, geschmückt. Er gehörte von da an zum Fest. Auf der Spitze des Weihnachtsbaums steht meist ein Engel.

"Holly und Ivy" (Stechpalme und Efeu) zieren üppig das Haus. Wie bei dem Adventskranz wurden auch hier, wie in vorchristlicher Zeit, immergrüne Pflanzen gebunden, um Haus und Hof gegen böse Geister zu schützen.  

Und nicht zu vergessen der Mistelzweig (mistletoe) über der Tür: Wer darunter steht, darf sich küssen. Zur Winter- und Sommersonnwende ernteten schon die Kelten und Germanen Misteln in rituellen Zeremonien. Diese magische und heilige Pflanze wurde als Spenderin des Lebens und Fruchtbarkeit, gegen Gift und als Aphrodisiacum verehrt. 

Nach dem Küssen einer Dame (under the mistletoe) muss der Herr eine der weißen Beeren abpflücken. Wenn alle Beeren "geerntet" sind , wird auch nicht mehr geküsst!

Mancher Orts werden in England die Mistelzweige nach Weihnachten verbrannt, um zu verhindern, dass alle heiraten, die sich unter ihm geküsst haben.

Traditionsgemäß gehören Papierhüte o. Ä. aus den Christmas Crackers (Knallbonbon) zum englischen Fest. Auch kleine Feuerwerkskörper und Knaller gehören zur englischen Weihnacht. An Silvester sind sie teilweise sogar verboten!

Das große Festessen mit der Familie besteht aus einem Truthahn namens "Gregor", Rosenkohl, Yorkshirepudding oder Kartoffeln.  

Zum Dessert ist Plumpudding ein Muss! Der mit Vorsicht genossen werden sollte, da (ein) Geldstück(e) darin versteckt ist/sind. Dazu wird gerne Eierpunsch getrunken.

Der Brauch an Weihnachten/Wintersonnwende ausgelassen zu feiern und feudal zu Speisen, rührt angeblich von dem sagenumwobenen König Artus her.  

 

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