So
06
Dez
2009
Trotz dem - für diese Zeit erstaunlich - milden Wetter sorgte der Raureif für etwas winterliche Gefühle (Bild1). Doch der war bis Mittag verschwunden, also keine leichte Aufgabe, den Charme des 'Augsburger Christkindlesmarkts' einzufangen. Kein schneebedecktes Postkartenidyll, das sich irgendwie in meine Vorstellung geschlichen hat. Noch bevor ich den Markt vor dem Rathaus sehen kann, steigt mir der Duft von gebrannten Mandeln in die Nase mmmh... Für die Kinder sind in der 'Augsburger Märchenstraße' Schaufenster mit Motiven aus "Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch" dekoriert (Bild 4, leider mit Blitz). Besonders zu empfehlen ist die 'Weihnachtsinsel' am Zeughaus.
Der 'Augsburger Christkindlesmarkt' ist einer der ältesten. Schon vor 500 Jahren hielten in Augsburg vor Weihnachten die 'Lebzelter' Markt. Die Weihnachtsmärkte blühten nach der Reformation auf, weil Luther neue Sitten eingeführt hatte. Unter anderem ließ er die Kinder 'vom Heiligen Christkind' und nicht mehr, wie es zu dieser Zeit Brauch war, am 6. Dez. von St. Nikolaus oder am 11. Nov. von St. Martin beschenken.
In der Barockzeit galt es als chic, Kindern Puppen und Spielzeug aus Ton zu schenken,
aber auch Weihnachtskram und Leckereien erfreuten sich zunehmender Beliebtheit.
Nun das ist die romantische Seite der Medaille, die viel mit Vergangenem zu tun hat.
Die andere Seite der Medaille ist, wenn wir nicht aufpassen, der Stress und Streit.
"Wir erleiden Weihnachten" steht in der Sueddeutschen.
Der Wunsch alles perfekt zu erledigen, sowie der Druck von Außen (Werbung etc.) erzeugen den berühmten Stress.
Mitten im Weihnachtseinkauf zischt eine Frau zu ihrem Mann/Freund: "Schau doch nicht immer auf die Uhr!" (Wobei sie sich bestimmt um alle Geschenke kümmert!) Eine andere Frau schaut ein Buch an, während ihr Begleiter genervt in die Luft stiert, ... diese Liste ließe sich noch verlängern. Sicher, das sieht man auch während des Jahres, doch nicht sooo häufig, in nur einer Stunde. So wird das Fest der Liebe oft zum Fest der Trennung.
Sogar sonntags sollen die Geschäfte geöffnet werden, wo bleibt da die 'staade' Zeit?